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Elstal besteht aus den Siedlungen:
- Eisenbahnersiedlung
- In den Heideländern
- Heroldplatz
- Thälmannplatz
- Heinzelsiedlung
- Stahlhaussiedlung
- Steinhaussiedlung
- Kiefernsiedlung
- Karl-Marx-Straße
- Heidesiedlung
- Kirschsteinsiedlung
- Scharnhorst-/Eulenspiegelsiedlung
- Radelandberg
 

Eisenbahnersiedlung
Nach der Bildung des Gutsbezirkes Elstal am 01.November 1918 wurden Flächen aus den Gemarkungen Dyrotz, Hoppenrade, Buchow-Karpzow und Ferbitz zugeordnet. Zeitgleich begann  die Planung der neuen Siedlung für die Beschäftigten des Wustermarker Verschiebebahnhofs, der bereits zwischen 1906 und 1909 entstand, nach dem städtebaulichen Vorbild der Gartenstadtbewegung. 1919 baute man nach Entwürfen des Architekten Richard Brademann die ersten Häuser. So entstand im Auftrag der “Gemeinnützigen Reichsbahn-Siedlungsgesellschaft” bis 1938 die Anlage einer kleinen, in sich geschlossenen “Stadt” - mit einem Zentrum (heute Karl-Liebknecht-Platz), um das sich Läden, Lokale, sowie die Kirche gruppieren – die Eisenbahnersiedlung. Die 400 Wohnungen dieser einheitlichen Siedlung befinden sich vorwiegend in Baublöckenmit je 4-6 Miet-Reihenhäusern. Zwischen den Blöcken liegen eingeschossige Ställe und Schuppen. Zu jeder Wohnung gehören ca. 400 m² Nutzgarten. Die Schule nahm im Winterhalbjahr 1921 den Schulbetrieb auf. Mit der Auflösung aller Gutsbezirke in Preußen entstand mit dem 30. September 1928 die Gemeinde Elstal.

Nachdem 1993 die Eisenbahnersiedlung unter Denkmalschutz gestellt wurde, war sie lange Zeit durch Abwanderung, Leerstand und Sanierungsbedarf geprägt. Damit veränderte sich auch die ehemalige Struktur der Einwohner. Durch Sanierungsarbeiten sowohl individuell durch Hauseigentümer als auch in großem Stil durch Firmen wurde das Erscheinungsbild in letzter Zeit positiv verändert. Durch die alten und neuen Mieter kann vielleicht der ursprüngliche Charme der Siedlung wieder belebt werden.
 

In den Heideländern/Heidesiedlung
Beide Siedlungen sind zur Zeit unbebaut. Im Zuge des wachsenden Bedarfs an Wohn- und Geschäftsräumen in Elstal sind zukünftige Bebauungen vorgesehen.
 

Heroldplatz
Das Siedlungsgebiet befindet sich auf der ehemaligen Gemarkung Dyrotz vor den westlichen Toren Elstals. Die Gebäude am Heroldplatz, einstmals genutzt als Wohnungen für Offiziersfamilien der Deutschen Wehrmacht und nach dem 2. Weltkrieg für sowjetische Militärangehörige, wurden ab 1996 aufwendig saniert und durch weitere Neubauten ergänzt. Somit blieb der eigenständige Charakter erhalten. Die Gebäude werden als Miet- und Eigentumswohnungen direkt hinter dem Designer Outlet genutzt.
 

Thälmannplatz
Nördlich der Eisenbahnersiedlung wurden für die Wehrmacht zwischen 1936 und 1939 auf dem Ernst-Thälmann-Platz (damals Hindenburgplatz) zweigeschossige Wohnbauten errichtet. Die Wohnanlage bildet um einen rechteckigen Platz ein in sich geschlossenes Ensemble. Im Jahre 1984 wurde der Ernst-Thälmann-Platz mit seinen Häusern, in denen bis dahin sowjetische Offiziersfamilien wohnten, für die Gemeinde Elstal freigegeben. Gegen den Widerstand der Verantwortlichen des damaligen Kreises Nauen wurde die Konversionsmaßnahme trotzdem realisiert. Nach dem umfangreichen Um- und Ausbau der Gebäude zwischen 1985 und 1987 zogen vor allem Elstaler Bürger in die insgesamt 72 neuen Wohnungen.
 

Heinzelsiedlung
1934 erwarb der Grundstücksmakler Heinzel die Enklave Dyrotz. Auf diesem Grundstück entstand ein zweites Verkaufszentrum mit einer Bäckerei, einer Schlächterei, einer Schneiderei, einem Friseur, einem Textilienhandel, einer Zahnarztpraxis, dem Kino und 4 Wohnhäusern. Erst 1949 wurde die Enklave eingemeindet. Heute ist in der ehemalige Bäckerei und Konditorei Wenzel das Restaurant „Kastanienhof“ eingezogen und im Kino befindet sich jetzt eine Turnhalle.
 

Stahlhaussiedlung
Architekt der unikaten Stahlhaussiedlung, deren Gebäude 1935/1936 als Mietshäuser für Zivilbeschäftigte des Luftwaffenstützpunktes im Olympischen Dorf gebaut wurden, ist Hans Kamper. Er realisierte hier ein Projekt des experimentellen Wohnungsbaus, welches durch staatliche Zuschüsse gefördert wurde. Das Besondere: Gebaut wurden die Doppelhäuser aus Stahllamellen, die gleichzeitig als Wetterschutz und Trägersystem dienten. Die Innenseiten der Wände sind mit holzfasergebundenen Zementplatten beplankt. Äußerste Sparsamkeit herrschte bei der Bemessung der Grundrisse: Das Erdgeschoss mit 64 m² nimmt neben zwei Zimmern, eine Wohnküche, eine Wirtschaftsküche, einen Schuppen und einen Stall auf. Beabsichtigt war, den Kleinsiedlern die Selbstversorgung mit Fleisch und Gemüse zu ermöglichen. Dem diente auch ein großer Wirtschaftsgarten an jedem Haus. Nach 1945 zogen in etliche der Stahlhäuser nach und nach auch Flüchtlingsfamilien ein, die zuvor unter extrem ungünstigen Verhältnissen in Baracken in Elstal und in den ehemaligen Truppenquartieren untergebracht gewesen waren. In der letzten Zeit wurden diese Häuser durch ihre neuen Eigentümer in einen sehr guten Zustand gebracht. Nur wenige Häuser stehen heute noch unter Denkmalschutz und werden im Originalzustand erhalten.
 

Steinhaussiedlung
Mitte der 30-er Jahre entstand östlich der Stahlhaussiedlung die Steinhaussiedlung bzw. die sogenannte “Flak-Siedlung”. Die Doppelhäuser wurden auf relativ großen Grundstücken errichtet. Die Siedlung hat einen Kleinsiedlungscharakter. Sie stehen nicht unter Denkmalschutz.
 

Kiefersiedlung
Mitte des Jahres 1935 entstand auf dem westlich gelegenen Teil des Militärgeländes, von der heutigen Rosa-Luxemburg-Allee im Norden und der Bundesstraße 5 im Süden begrenzt, eine ausgedehnte, symmetrisch angeordnete Kasernenanlage, die vermutlich dem Jagdgeschwader Richthofen als Standort diente. Zwischen 1945 - 1992 dienten die Gebäude als Kasernen den sowjetischen Militärangehörigen. Durch Umfunktionierung einer dreiflügeligen Mannschaftsunterkunft wurde hier die sogenannte Fliegerschule eingerichtet, in der die Kinder der Militärangehörigen unterrichtet wurden. 2007 fiel sie der Abrissbirne zum Opfer. Im Rahmen der Konversionsmaßnahmen wurden große Teile der Mannschaftsunterkünfte zu Wohnungen umgebaut, modernisiert und seit 1998 vermietet. Seit 2014 wird der westliche Teil der Siedlung mit Eigenheimen bebaut.
 

Karl-Marx-Straße
Zur besseren Versorgung der Beschäftigten des Bahnhofes mit Wohnraum wurden Anfang der 50er Jahre 102 Wohnungen in der Karl-Marx-Straße neu gebaut.
Die Wohnungen wurden im Jahr 1997 saniert und modernisiert.
 

Kirschsteinsiedlung
Die Gebäude entstanden 1930 als Wohnungen für Militärangehörige der Deutschen Wehrmacht. Nach 1945 wohnten hier sowjetische Offiziersfamilien. 1995 erwarb der Bund der Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K. d. ö. R. das Gelände der Kirschsteinsiedlung. Von 1995 bis 1997 wurden 19 Häuser saniert und 7 Neubauten errichtet. In den Gebäuden befinden sich das Bildungszentrum als zentrale Ausbildungsstätte von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Freikirche. Das ist u.a. die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal sowie die Theologische Hochschule Elstal. Der Komplex umfasst Wohn- und Gästehäuser, Lehrgebäude, Mensa und eine große Bibliothek mit 60.000 Büchern. Ebenfalls auf dem Gelände befinden sich seniorengerechte Wohnungen, die für alle älteren Bürger zugänglich sind.
 

Scharnhost-/Eulenspiegelsiedlung
Die Siedlungen sind ihrem Erscheinungsbild nach eigenständige Siedlungen mit einem hohen Grünanteil. Die zweigeschossige Gebäude befinden sich nördlich der Rosa-Luxemburg-Allee und entstanden in den 30er Jahren als Unterkünfte für Offiziersfamilien der deutschen Wehrmacht. Der östliche Teil der Siedlung erhielt eine Eulenspiegelplastik und wird seit 1935 Eulenspiegelsiedlung genannt. 1945 bis zum Abzug der sowjetischen bzw. russischen Streitkräfte hatten deren Offiziere mit Familien hier gewohnt. Alle Häuser wurden 1999 saniert und modernisiert. Seit 2013 entstehen nördlich der denkmalgeschützten Siedlungen an der Straße Zum Hakenberg viele neue Eigenheime.
 

Radelandberg
Bereits im Sommer 1934 veranlasste Hermann Göring, in seiner Funktion als Minister für Luftfahrt, die Planung und Errichtung von Unterkünften für die erste Abteilung des Flak-Regimentes Nr. 22 nördlich der ehemaligen Flieger-Kaserne an der heutigen B5. Es entstanden sowohl Mannschaftsunterkünfte als auch Fahrzeughallen und Werkstätten. Östlich der heutigen Hauptstraße sind die Flak-Hallen ortsbildprägend. Von 1945 bis 1992 wurde auch diese Siedlung durch die sowjetische Armee genutzt. Nachdem die Siedlung 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde, entstanden ab 1999 sanierte und modernisierte Wohnungen, die seit 2000 viele neue Mieter anzog. Die Flak-, und Kfz-Hallen links und rechts der Hauptstraße werden zur Zeit unter Einhaltung des Denkmalschutzes zu Reihenhäusern und Gewerberäumen umgebaut. Hier soll einmal das Wohngebiet „Elstaler Gärten“ entstehen.
 

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